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Hannover, 3. März 2016. Die Integration von schulpflichtigen Flüchtlingen stellt das deutsche Bildungssystem vor gewaltige Herausforderungen. Darin waren sich die Fachleute beim 2. Kongress "Bildung auf dem Prüfstand" des Arbeitgeberverbandes und der Stiftung NiedersachsenMetall einig.

Unter dem Thema "Wie gelingt die Integration jugendlicher Flüchtlinge an Niedersachsens Schulen" diskutierten sie im Hannover Congress Centrum vor rund 200 Zuhörern über Chancen und Risiken des Zuzugs.

Ministerpräsident Stephan Weil wies eingangs darauf hin, dass an den Schulen des Landes bereits sehr viel getan werde: landesweit gebe es mittlerweile rund 570 Sprachlernklassen, Einzel- oder Gruppenkurse.

Eine gute Balance zwischen schneller Integration in die Regelklassen und optimaler Förderung in Deutsch zu Beginn der Schulzeit in "Willkommens-" oder "Sprachlernklassen" forderte Prof. Michael Becker-Mrotzeck, Direktor des Mercator-Instituts der Uni Köln. Eine Möglichkeit könnte es dabei sein, mit einer maximalen Anzahl von Deutschstunden zu beginnen und die Schüler schnell in "spracharme" Fächer wie Musik, Kunst oder Sport zu integrieren.

Für ein flexibles Integrationssystem sprach sich Birgit Wenzel, Referatsleiterin im Kultusministerium, aus. "Integration von Flüchtlingskindern in ein Schulsystem geht nicht nach einem Schema", sagte sie. Dies habe mit der Herkunft, Vorbildung und den personellen Bedingungen an den Schulen zu tun.

"Wenn wir dafür sorgen, dass heute Integration an den Schulen gelingt, können gerade die jungen Flüchtlinge einen Teil dazu beitragen, die Fachkräftelücke von morgen zu schließen", sagte NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer Dr. Volker Schmidt. Dabei müsse jungen Erwachsenen der höhere Wert einer dualen Ausbildung gegenüber schnell zugänglicher Hilfsarbeitertätigkeit verdeutlicht werden. Die Eingliederung jugendlicher Flüchtlinge werde über Jahre den Schulalltag prägen und zusätzliche Ressourcen für überschaubare Lerngruppen, intensiven Deutschunterricht und entsprechend ausgebildete Lehrkräfte erfordern. Zum Nulltarif sei das nicht zu haben, betonte er.

 


 


 

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